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Projektbereiche  Konflikt- management  Richtig streiten will gelernt sein

Konfliktmanagement Nordstadt

Richtig streiten will gelernt sein!

Stadtteile wie die Dortmunder Nordstadt sind besonders. Aufgrund des urbanen Charakters, der hohen Fluktuation sowie des bunten Gemenges an unterschiedlichen Kulturen und Lebensstilen bieten sie nicht nur größere Entfaltungsmöglichkeiten, sondern auch höhere Konfliktpotenziale, als andere homogene Stadtteile.

Unter dem Motto "Richtig streiten will gelernt sein!" war das Hauptprojektanliegen, insbesondere das nachbarschaftliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft zu fördern und den Reichtum der unterschiedlichen Kulturen zur Geltung zu bringen. Damit Konflikte und Interessenunterschiede im Wohnumfeld und bei der Nutzung der knappen Freiräume (Parks, Grünflächen, Straßen und Plätze) nicht eskalieren, wurden Möglichkeiten zum sinnvollen Umgang aufgezeigt und langfristig tragfähige und nachhaltige Lösungen gesucht, von denen alle Bewohner profitieren.

Projektansätze

Konflikte entstehen, wenn konkurrierende Interessen aufeinander treffen. Eine besondere Dramatik erhalten sie dabei, wenn sie aufgrund kultureller und sozialer Unterschiede zusätzlich aufgeladen werden.

Die Möglichkeiten behördlicher Maßnahmen sind bei niederschwelligen Streitigkeiten meistens nicht nur beschränkt, sondern führen zudem zu einer unnötigen Zuspitzung. Befriedungsversuche – oder gar die Strategieder Konfliktvermeidung – haben hingegen oftmals zum Ergebnis, dass sich die Lautstärkeren für ihre Interessen Gehör verschaffen und sich auf das Gewohnheitsrecht berufen. Daher spüren wir Konflikte auf, bevor sie eskalieren und ermöglichen den Konfliktparteien eigene Lösungen zu finden.

Das Ziel ist eine Situation, in der alle gewinnen: Sowohl die Konfliktparteien, als auch der Stadtteil – weil sich eine Kultur der friedlichen Konfliktaustragung einbürgert, bei der man Probleme miteinander löst. Dieser Ansatz hat schon in den Vorläuferprojekten „Konfliktvermittlung im nachbarschaftlichen Bereich“ (2000- 2004) sowie „Brücken bauen zwischen den Welten!“ (Laufzeit 2006 - 2009) erfolgreich zur Stabilisierung des Stadtteils beigetragen.

Ein deutlicher Beleg für die Schlüssigkeit und Innovationskraft dieses Ansatzes war nicht zuletzt die Anerkennung im Rahmen des bundesweiten Preises „Soziale Stadt“ in 2004. Des weiteren konnte in der Praxis aufzeigt werden, welchen Beitrag die konstruktive Konfliktbearbeitung zur Sicherung des sozialen Friedens in der Nachbarschaft leisten kann.

Mit dem im Februar 2011 gestarteten neuen Projekt möchte der Planerladen e.V. den Dialog und das friedliche Miteinander unter den Bewohnern in Nachbarschaft und Quartier weiter verbessern. So soll die Integration insbesondere von Drittstaatsangehörigen gefördert und ihr „Ankommen“ hierzulande beschleunigt werden. Gleichzeitig gehen damit Impulse zur interkulturellen Öffnung der Aufnahmegesellschaft einher.

Die Praxis

Einige Beispiele aus unserer praktischen Arbeit:

Ein Mieter und sein Nachbar ...

Mohamed A. hat Probleme. Er hält es in seiner Wohnung einfach nicht mehr aus. Die Musik von Nebenan treibt ihn dazu in der Küche zu schlafen, über ihm trampelt jemand nachts herum und sein Vermieter will ihm einfach nicht glauben. Der Hausfrieden ist derart beschädigt, dass man sich nur noch aus dem Weg geht. Anschuldigungen und Verdächtigungen machen die Runde. Herr A. sucht unsere Hilfe ...

Die vertriebenen Kleingärtner vom Grabeland ...

Auf einer städtischen Brachfläche gehen tüchtige Kleingärtner ihrer Leidenschaft nach, doch immer wieder werden sie von der Stadt schickaniert. 2009 dann erfolgt die Räumung, weil die Stadt Eigenbedarf für die Fläche anmeldet. Doch Jahre gehen ins Land und die eigentlich geplante Schule entsteht plötzlich an anderer Stelle - die Kleingärtner sind verärgert: ihre Gärten sind nun wieder zu einer wildwuchernden Brache verkommen ... 

Die Parkfreunde und die Grillfreude ...

Der Fredenbaum ist die grüne Oase der Nordstadt und wird an sonnigen Wochenenden von Hunderten Menschen als Erholungsort aufgesucht. Doch wo Menschen zusammenkommen, da entstehen Konflikte. Insbesondere der Freundeskreis des Fredenbaum-Parks hat nun die Griller im Visier, die mutmaßlich für die zunehmende Vermüllung des Parks verantwortlich sind. Die Stadt schritt vor zwei Jahren ein und untersagte das Grillen im Park - doch im Frühjahr wagen einige Dutzend den Versuch, trotzdem ihrer Grill-Leidenschaft nachzugehen ...

Unsere Leistungen

Unser Moderations- und Mediationsbüro ist eine Anlaufstelle bei Problemen in Stadtteil und Nachbarschaft. Gerne hören wir uns beide Seiten eines Streitfalls an, um Auswege zu suchen. Unser Angebot zur Vermittlung ist dabei für Bürgerinnen und Bürger der Nordstadt stets kostenfrei.  

Wir unterstützen Menschen darin,

  • in Konfliktsituationen mit Nachbarn Ihre Handlungsmöglichkeiten zu klären,
  • den Kontakt zu den konfliktbeteiligten Parteien herzustellen,
  • und gemeinsam eine für alle Beteiligten zufrieden stellende Lösung zu finden.

Bei unserer Tätigkeit orientieren wir uns insbesondere an den Verfahren der Mediation und Moderation. Das bedeutet für die Konfliktparteien: Die Teilnahme ist freiwillig. Die Projektmitarbeiter sprechen keine Urteile, sondern die Konfliktbeteiligten setzen sich gemeinsam an einen Tisch, um konstruktive Lösungen zu suchen und treffen am Ende eine Vereinbarung.

Angebote für Multiplikatoren und weitere Akteure

Neben der Etablierung einer Anlaufstelle im Quartier und dem Angebot der Konfliktvermittlung, richtet sich das Projekt auch an Akteure der Stadtteil- und Gemeinwesenarbeit sowie der Migrationsarbeit in der Nordstadt. Wir unterstützen Vereine, Verbände und Bürgergruppen dabei, mit Konflikten konstruktiv umzugehen. Hierzu bieten wir auch Schulungen, Vorträge und moderierte Workshops zur Sensibilisierung für die Thematik an.

Zu unseren Tätigkeitsfeldern zählen

  • Organisation und Durchführung von Mediationsverfahren
  • Bewohnerversammlungen und Nachbarschaftsforen
  • Schulungen, Trainings und Workshops
  • Trainings für Schüler/-innen
  • Netzwerkarbeit mit anderen Trägern im Stadtteil
  • Einbindung relevanter Kooperationspartner
  • Erfahrungsaustausch mit themenrelevanten Projektträgern

Hervorzuheben sind zudem regelmäßige Trainings für ehrenamtlich Engagierte aus dem Stadtteil zur

  • Sensibilisierung für interkulturelle Situationen
  • Reflektieren des eigenen Konfliktverhaltens
  • Erlernung von Methoden der Gesprächsführung und friedlichen Konfliktregelung.

Material

Zum aktuellen Konfliktvermittlungsprojekt gelangen Sie -> hier.

 

Das Projekt wurde gefördert durch den Europäischen Integrationsfonds EIF sowie das Land NRW.