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2. Oktober 2026

Kampagne "Zivilgesellschaft unter Druck. Demokratie unter Druck." gestartet

Neue Kampagne des Planerladens startet in der interkulturellen Woche und kritisiert Kürzungen im sozialen Bereich. "Weniger gesellschaftlicher Zusammenhalt ist auch eine Gefahr für die Demokratie", sagt Dustin Siebert, Geschäftsführer der Planerladen gGmbH.

Die Herausforderungen: Der Druck auf die soziale Arbeit und auf gemeinnützige, zivilgesellschaftliche Angebote im Allgemeinen wird stetig größer. Dies betrifft insbesondere die Träger der freien Wohlfahrtspflege: Obwohl die Bedarfe der Menschen und damit die Notwendigkeit der Angebote nicht geringer werden, werden Fördermittel gekürzt, nicht dynamisiert oder gar gänzlich gestrichen. Gleichzeitig steigen Anforderungen, während bestimmte Ausgaben nicht mehr gefördert werden oder Fördergeber versuchen, sich in laufende Projekte inhaltlich einzumischen. Auch erhöhen sich bei den verbleibenden Fördertöpfen der von den Trägern selbst zu finanzierende Eigenanteil und der Bürokratie- und Verwaltungsaufwand, der in den meisten Fällen nicht förderfähig ist. Weniger Ressourcen bei mehr Aufwand bedeutet in der Konsequenz: weniger Zeit für die eigentliche Arbeit und damit für die Menschen. 

Die Folgen: Angebote müssen gekürzt oder gar gestrichen werden, Personal muss entlassen werden, manch zivilgesellschaftlicher Akteur steht gar vor der Insolvenz. Der Abbau dieser Strukturen in seiner ganzen Bandbreite, von der offenen Kinder- und Jugendarbeit über Sprach- und Integrationskurse zu einer Vielzahl von Beratungsangeboten, trifft die vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen. Menschen, die ohnehin über weniger Ressourcen verfügen, von Diskriminierung und anderen Benachteiligungen betroffen sind, erfahren so noch weniger Unterstützung.

Die Gefahr: Die Auswirkungen des Wegfalls sozialer Angebote treffen mitnichten „nur“ die Menschen, die hier begleitet werden, und die, die in diesem Sektor beruflich tätig sind. Weder die Menschen noch ihre Bedürfnisse verschwinden, wenn sie keine Anlaufstellen mehr haben. Soziale Angebote haben oftmals im engeren oder weiteren Sinne die Aufgabe, Lösungen für Probleme zu erarbeiten oder Konflikte durch entsprechende Prävention gar nicht erst entstehen zu lassen. Viele Organisationen übernehmen Aufgaben, die Konflikte früh entschärfen: Jugendhilfe. Extremismusprävention. Opferschutz. Integrationsarbeit. Beratung. Fällt dies weg, werden gesellschaftliche Konflikte verschärft und das Zusammenleben schwieriger – betroffen hiervon sind wir dann alle, denn der Zusammenhalt wird geringer, wenn Konflikte eskalieren.

Eine weitere zentrale Aufgabe zivilgesellschaftlicher Organisationen ist es, Menschen eine Stimme zu verschaffen, Begegnungen zu ermöglichen, Räume für Austausch und Diskurse zu eröffnen. Dies ist konkrete, vor Ort verwurzelte Demokratieförderung in einer Zeit, in der extreme und damit exkludierende oder gar menschenfeindliche Positionen gleich welcher Art immer mehr Zustimmung erhalten und damit gesellschaftliche Spaltungsprozesse und den Ausschluss der „anderen“ vorantreiben. 

Und nun? In seiner aktuellen Kampagne greift der Planerladen die konkreten Konsequenzen von Kürzungen im sozialen Bereich auf. Das Team stellt auf der Instagramseite des Planerladens @planerladen seine Arbeit vor und erklärt, was die Einschnitte für die eigene Arbeit und vor allem für die Menschen, die die Angebote wahrnehmen, bedeuten. Ob Antidiskriminierungsberatung, offene Kinder- und Jugendarbeit, Sprach- und Integrationskurse oder Migrationsberatung: Der Bedarf übersteigt das Angebot und die zur Verfügung stehenden Kapazitäten. In eindringlichen persönlichen Statements macht das Team deutlich, welche Konsequenzen dies für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und damit nicht zuletzt für unser aller Zusammenleben hat.