Vorfreude und Erwartungen zum Auftakt von „Dortmund all inclusive“
Am Mittwoch, den 24. Juni 2015 diskutierten rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichen Dortmunder Stadtteilen im Rahmen eines World Cafés über ihre Wünsche für die neue Projektphase. Denn was als Bürgerforum „Nord trifft Süd“ vor mehr als drei Jahren als ein Baustein des kommunalen Masterplans Integration begonnen hatte, ergänzt nicht nur die aktuelle Entwicklungsstrategie für den Norden im Rahmen des Konzeptes „Nordwärts“ der Stadt Dortmund, sondern ist nun zudem Teil eines Pilotprojekts der Nationalen Stadtentwicklungspolitik des Bundes.
Seit 2011 hatten rund 40 Vereine und Gruppen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen und Stadtteilen die Gelegenheit, im Bürgerforum „Nord trifft Süd“ ihr Engagement vorzustellen, andere Engagierte kennenzulernen, sich auszutauschen, sowie neue Kontakte zu Gleichgesinnten aus anderen Stadtteilen zu schließen. Anlässlich des 10. Bürgerforums nutzten die rund 70 anwesenden Gäste am Abend des 24. Juni 2015 die Möglichkeit, sich mit ihren Ideen, Wünschen und Kritik einzubringen und gemeinsam über die zukünftigen Themenschwerpunkte und die inhaltliche Ausgestaltung des erweiterten Formats „Nord trifft Süd – Dortmund querbeet“ im Rahmen eines World Cafés zu diskutieren. Wie bei den vorausgegangenen Foren waren die Auslandsgesellschaft NRW als Gastgeber und Projektpartner sowie der Journalist Kay Bandermann als Moderator mit im Boot.
Zunächst lud Kay Bandermann Michaela Bonan (Stadt Dortmund; Projekt Nordwärts) und Tülin Kabis-Staubach (Planerladen e.V.) auf das Podium ein, um die Hintergründe und das Zusammenwirken des Projekts näher zu beleuchten. Eine Sorge konnte den Teilnehmenden bereits zu Beginn genommen werden: „Inhaltlich ändert sich am Format der Bürgerforen nichts, aber sie sind nun in einen größeren Zusammenhang eingebettet“, so Kabis-Staubach. Dazu erläuterte sie das Konzept von „Dortmund all inclusive“, in das die Bürgerforen als ein Baustein neben anderen Veranstaltungen, Kampagnen und Aktionen zur Förderung des stadtteilübergreifenden Dialogs integriert sind. Der innovative Ansatz, die nördlichen und die südlichen Stadthälften in dieser Weise zusammen zu bringen, habe auch die Jury der Nationalen Stadtentwicklungspolitik überzeugt. Aus deren Mitteln wird das Projekt nun bis 2017 gefördert.
Frau Bonan berichtete von den aktuellen Entwicklungen im Zuge der Nordwärts-Strategie. Es sei eine hohe Dynamik entstanden, wie man sie sich vorher kaum hätte vorstellen können. Mit unterschiedlichsten Formaten trete man in den Dialog mit den Menschen in den nördlichen Stadtbezirken, wie etwa den Nordforen oder den Nordwanderungen. Und genau dort würde sich das Projekt „Dortmund all inclusive“ sehr gut in die Strategie einfügen, insbesondere da es auch die südlichen Stadtteile miteinbeziehe und den Dialog zwischen Nord und Süd fördere.
Anschließend verteilten sich die Teilnehmenden wechselseitig auf vier vorbereitete Thementische zum Austausch. Was war gut? Wie gelingt die Vernetzung? Welche Themen sind ihnen wichtig? Was könnte man noch besser machen? Diese Fragen wurden lebhaft diskutiert und zum Schluss die Ergebnisse von den Moderatorinnen und Moderatoren im Plenum vorgestellt. Ein Fazit lautete, dass vor allem ein gemeinsames Thema oder Interesse den Dialog über die Stadtteilgrenzen hinweg fördert. Zudem wurden z.B. die geografische Randlage im Stadtgebiet sowie die unterschiedliche Altersstruktur als Hindernis genannt – ebenso aber auch die mitunter aufkommenden Vorurteile gegenüber Vereinen und Gruppierungen aus der Nordstadt. Man wünsche sich, dass man als aktive Nordstädterin auch mal eingeladen werde, anstatt immer auf andere Gruppen aus dem Süden zugehen zu müssen, so eine Teilnehmerin.
Hier konnte Frau Kabis-Staubach einwerfen, dass sie als Planerladen gerade in der vorangegangenen Runde von einem Gartenverein aus dem Süden gebeten worden sei, einen solchen stadtteilübergreifenden Austausch direkt bei ihren Vereinsräumen zu organisieren.
Nach der Verabschiedung fanden sich zum Ausklang am Buffet bei einem Glas Wein oder Saft noch viele der Gäste ein, um ihre Ideen und die gewonnen Erkenntnisse bis in die späte Stunde weiter auszutauschen. Die Veranstalter nahmen dies als erfreulichen Beleg dafür, dass der Bedarf zum Austausch und Gespräch zwischen Menschen aus unterschiedlichen Teilen der Stadt sehr hoch ist und der Ansatz des Projektes genau richtig ist.
Die Veranstaltung „10. Bürgerforum Nord trifft Süd – Dortmund querbeet“ des Planerladen e.V. ist Teil eines Pilotprojekts der Nationalen Stadtentwicklungspolitik des Bundes und wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Als weitere Projektpartner unterstützen die Migrations- Integrationsagentur – Kommunales Zentrum der Stadt Dortmund und die Auslandsgesellschaft NRW die Bürgerforen.












