Aktuell  Detail
28. Juni 2002

Planerladen e.V. setzt sich seit 20 Jahren für die Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen in der Nordstadt ein

Vor 20 Jahren wurde der Planerladen e.V. gegründet. Mit verschiedenen Projekten trägt der Verein seitdem zur Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen in der Dortmunder Nordstadt bei. Wichtige Zielgruppen stellen die besonders benachteiligten Bewohnerinnen und Bewohner, wie Migrantinnen und Migranten sowie Kinder und Jugendliche dar. Die stadtteilorientierte Arbeit des Planerladens greift sowohl architektonisch-städtebauliche als auch soziale Fragen auf. Dabei ist der direkte Kontakt zu Bewohnerinnen und Bewohnern, ihre Beteiligung und aktive Mitwirkung an den Projekten das wichtigste Element der Arbeit des Vereins.

Die Gründung des Planerladens geht auf ein Projekt von Studierenden an der Universität Dortmund zurück. Nach Abschluss ihres Studiums der Raumplanung stiegen einige Absolventen mit dem selbstgegründeten Verein Anfang der 80-er Jahre in die praktische Arbeit im Stadtteil ein. In den Anfangsjahren forderte der Planerladen mitunter lautstark die Beteiligung von Bewohnerinnen und Bewohnern in der Stadtentwicklung ein. Stadterneuerung und –sanierung wurden damals häufig über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger hinweg abgewickelt. Bewohnerbeteiligung und –aktivierung galten in den 80-er Jahren als neue Ansätze, die sich erst in der Folgezeit durchsetzten. Sie gehören mittlerweile zum Standard in der Arbeit von Stadtplanung und Stadtentwicklung. Dies ist nicht zuletzt ein Verdienst des Planerladens, der über die Jahre zu einem anerkannten Träger der Stadtteil- und Gemeinwesenarbeit in der Nordstadt geworden ist. Als Anwalt und Sprachrohr der Benachteiligten und Schwächeren im Stadtteil versteht sich der Planerladen bis heute. Ein wichtiger Aspekt der Arbeit ist daher die Stärkung der Bewohner, damit diese sich selber für ihre berechtigten Interessen einsetzen können, sei es beim Vermieter, bei Ämtern oder den Politikern.
 
Im Stadtteil ist der Planerladen als bürgernahe Infrastruktur an mehreren Standorten mit Ladenlokalen oder Büros präsent. Der Verein bietet Hilfe bei Alltagsproblemen, z.B. Sozialhilfe-Beratung, Wohngeldhilfe, Schuldner-beratung oder Bewerbungstraining und Sprachkurse. Das friedliche Zusammenleben der Menschen im Stadtteil unterstützt der Planerladen durch Nachbarschaftsforen und –treffs sowie aktive Konfliktvermittlung. Der Abbau von Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung hat dabei einen hohen Stellenwert. Vorschläge und Aktivitäten zur Wohnumfeldverbesserung, Verkehrsberuhigung oder Spielplatzgestaltung werden zusammen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern entwickelt, geplant und durchgeführt. Im Team des Planerladen e.V. arbeiten Deutsche und Migranten als Fachkräfte aus dem pädagogisch-sozialen Bereich und dem Bereich Planung eng zusammen.
 
In den Folgejahren gründeten sich einige erfolgreiche Sparten aus dem Planerladen aus. So entstanden das Büro für Architektur und Stadtentwick-lung BASTA, der gemeinnützige Beschäftigungs- und Qualifizierungsträger GrünBau GmbH, der soziale Wirtschaftsbetrieb GrünBau Fairkehrsicherungsdienst GmbH und jetzt in diesem Jahr im April die ProNord Immobilien GmbH & Co. KG. Mit diesen zusammen bildet der Planerladen den Projektverbund Nordstadt.