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29. Oktober 2009

Erster Integrationsindikatorenbericht: Erprobung des Indikatorentests und Bericht zum bundesweiten Integrationsmonitoring

Der von der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung Maria Böhmer in Auftrag gegebene und im Juni 2009 präsentierte Indikatorenbericht enthält Informationen über den Stand der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund auf der Basis von Daten des Mikrozensus der Jahre 2005 bis 2007.

Der Bericht basiert auf einem im Juni 2008 vom Bundeskabinett verabschiedeten Set von 100 Integrationsindikatoren, die in 14 Themenfelder untergliedert sind (z.B. Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt, soziale Integration und Einkommen, gesellschaftliche Integration, Wohnen, Gesundheit, Mediennutzung und Kriminalität).

Mit diesem Indikatorenmix sollte Integration messbar werden, wie eine Forderung des Nationalen Integrationsplans lautet. Jedoch besteht noch Nachbesserungsbedarf, eine Vielzahl der Indikatoren müssen laut Meinung von Wissenschaftlern modifiziert werden.

In dem Themenfeld 8 „Wohnen“, das die Verbesserung der Wohnsituation von Migranten verfolgt,  wurden folgende Indikatoren betrachtet:

  • Wohnungsgröße
  • Mietkosten
  • Wohneigentum
  • Segregation

Die Indikatoren Wohnungsgröße und Wohneigentum haben sich bewährt und eigenen sich gut zur Einschätzung des Integrationsgrades; jedoch liegen die Mikrozensusdaten nur alle vier Jahre vor. Dahingegen sind die Mietkosten als Indikator nicht eindeutig interpretierbar; hier muss eine differenziertere Betrachtung nach Siedlungstyp, Wohneinheiten im Haus, Haushaltsgröße etc.) erfolgen. Denkbar wäre auch die Messung als relative Mietbelastung (Anteil der Mietkosten am verfügbaren Haushaltseinkommen). Dem letzten Indikator liegen keine Statistiken zur Messung zugrunde und Segregation ist im Allgemeinen methodisch nur sehr schwer greifbar. Für das Wohnumfeld bisher keine geeigneten Indikatoren entwickelt worden sind. Hier wäre bspw. eine Erhebung des Anteils von Migranten, die in Quartieren mit einem Zuwanderungsanteil von 50% und mehr leben, wünschenswert.

Der Integrationsbericht trifft folgende Aussagen zum Bereich Wohnen. Im Generationenvergleich ist eine positive Entwicklung ablesbar:

  • Die Wohneigentumsquote unter Menschen mit Migrationshintergrund ist wesentlich geringer als in der Gesamtbevölkerung: Nur halb so viele Migranten (22,4%) verfügen 2006 über Wohneigentum (Gesamtbevölkerung: 40,7%).
  • Bei der zweiten Generation ist jedoch schon ein positiver Trend erkennbar: Hier liegt die Eigentümerquote bei 24,5%.

 

Ein Download des Indikatorenberichtes ist auf der Seite der Integrationsbeauftragten verfügbar: www.integrationsbeauftragte.de/