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25. Oktober 2012

Einladung zum Film- und Musikabend am 25. Oktober: Newo Ziro - Neue Zeit

Der Planerladen e.V. lädt in Kooperation mit der Auslandsgesellschaft NRW e.V. und dem DGB Dortmund zu einem Film- und Musikabend am 25. Oktober 2012 um 19 Uhr im sweetsixteen-kino ein. Der Film „Newo Ziro - Neue Zeit“ ist eine Geschichte über vier beeindruckende Menschen, Sinti in Deutschland. Kein leichtes Leben. Aber Bawo Reinhardt - selbst Sinti - will, dass sie selbstbewusst für ihre Bildung und ihren Platz in der Gesellschaft kämpfen.

Seine Enkelin Sibel macht bald ihr Abitur und hat drei schwarze Gürtel in Kung Fu. Ihr Vorbild ist ihr Onkel Lulo Reinhardt, der jahrelang gekämpft hat, um heute als anerkannter Musiker zu leben. Sascha Reinhardt, der mit seinem Festival die Musik der Sinti und Roma auf die Bühne bringt, bleibt skeptisch, ob das mit der Integration klappt. Zu viele Benachteiligungen nach wie vor. Und in allem die Musik selbst – „Musik ist unsere Sprache“. Sinti-Musik, Gypsy-Swing, das Erbe von Django Reinhardt im neuen eigenen, unverwechselbaren Stil. „Musik ist Freiheit“, beschreibt es einer der Musiker.

Die mitreißende Musik bildet den roten Faden und wiederkehrenden Bezugspunkt des Films, von dem aus sich Geschichten und Themen der Protagonisten entfalten. Ihre Lebensentwürfe spiegeln die Vielfalt und Widersprüche einer nationalen Minderheit wider, die bis heute von der Mehrheitsgesellschaft diskriminiert wird. Die meisten Sinti möchten ihre kulturellen und sozialen Traditionen nicht missen. Sie geben ihnen die Sicherheit im Alltag und bewahren sie vor Demütigungen. Gleichzeitig können sie sich dem gesellschaftlichen Wandel nicht dauerhaft verschließen. Schon längst sind Phänomene wie Internet oder Hip-Hop ein selbstverständlicher Bestandteil des Alltags von Sinti-Jugendlichen. Die Sprache Romanes als deutlichster Ausdruck der eigenen Identität innerhalb der anderen Realität, Deutscher zu sein, verliert immer mehr an Bedeutung. Wie gehen unsere Protagonisten mit der Herausforderung um, einerseits mit Fleisch und Blut Sinti zu sein, gleichzeitig aber auch wie jeder andere Deutsche zu leben und anerkannt werden zu wollen? Allen Protagonisten ist ihre tiefe Verwurzelung in der Sinti-Kultur gemeinsam. Welche Zukunft hat eine nationale Minderheit, die auf ihrer Eigenständigkeit besteht, deren Kultur aber immer mehr in der Mehrheitsgesellschaft zu verschwinden droht?

Im Anschluss an den Film steht der Regisseur Robert Krieg für ein Gespräch mit den Zuschauer/innen zur Verfügung. Zum Schluss gibt es ein kleines Konzert der Band "I Gitanos" mit Bawo und Manolo Reinhardt.

Der Eintritt beträgt 5,- Euro.


Weitere Infos:
www.sweetsixteen-kino.de/index.php
www.newoziro.wfilm.de


sweetSixteen-kino im Depot
Immermannstr. 29
44147 dortmund